Der König ist tot. Lang lebe Queen…! Der beste Popsong ist immer noch “Bohemian Rhapsody” von Queen. Aber, verdammt, denkt Trösenbeck, der beste Videoclip aller Zeiten ist wohl “Thriller” (die lange Version). Also wird er heute nur noch den Moonwalk tanzen.
Lö Trösenbeck ist immer wieder erstaunt, wie schnell die Medienwelt vergisst. Schnell werden Schlagzeilen geschaffen, noch schneller werden sie wieder abgebaut. So hat er, der regelmässige Tagesaktualitätenkonsument, das Gefühl, alles ist wieder gut, während die Gefahr erst wirklich wächst. So beobachtet mit dem Phänomen der Schweinegrippe. Jetzt, wo sich langsam auch Menschen gegenseitig anstecken, die nicht kürzlich im amerikanischen Virenherd verweilten, wird die Gefahr verschwiegen.
Lö Trösenbeck, der ewige Angsthase, versucht, nicht zu schweigen. Im Auftrag der ausseriridschen Rockgruppe Blues Horror Brigade hat er den Text für ein apokalyptisches Musikstück geschrieben. (Übrigens in einem extraterrestrischen Esperanto-Dialekt…)
Hier die Klingelton-Version:
Das komplette Stück im Raum der Ausserirdischen: hier
Lö Trösenbeck reist oft… zuweilen in Gedanken, ab und zu zum Teich in seinem Garten und, wenn er gerade ein paar Münzen im Geldsäckel hat, in die Weiten der Welt. Seine liebste Destination ist der Norient: Eine Welt jenseits von rückwärtsgewandten Konzepten wie Orient und Okzident, erste, zweite, dritte oder vierte Welt, Nord, Süd, Ost oder West. Er liebt die Orte, wo Globalisierung nicht nur ein Mittel zur übermässigen Profitanhäufung ist, sondern dort wo trotz Reibung und Reizen zwischen den Kulturen eine zukunftsträchtige friedliche Welt entstehen könnte. Wie wunderbar. Utopie?
Soeben hat er dem Musiknetzwerk norient einige seiner Fotografien zukommen lassen. Diese wurden nun zerstückelt und verarbeitet. Das Resultat ist der visuelle Teil der Performance “Sonic Traces From the Arab World”:
Das Ganze wird in den kommenden Wochen und Monaten in verschiedenen Orten der Welt aufgeführt. Aktuelle Daten finden sich hier. (In zwei Wochen gibt’s eine Aufführung im Zentrum, wo einst der grossartige deutsche Maler Paul Klee gewohnt hat: Zentrum Paul Klee, Bern.)
Ostern verbrachte Lö Trösenbeck im Land der Träume. Eigentlich wollte er Feste feiern und feste feiern. Auf einmal erinnerte er sich daran, dass er ja im Land der Berge Wohnsitz hatte, und da wird nur auf Kommando gefeiert. An Ostern jedoch lautet das Kommando “besinnen statt feiern!” Also besann sich Professor Lö Trösenbeck und ebendies tat er im Pijama unter Decken, bis der Schweiss ihn biss. Und dieser kurze Film mit dem Namen “Erinnerungsstücke eines gestörten Tanzvergnügens” gibt Einblick in die verworrene Traumwelt, die traumatisch angelegt, sich in Trösenbecks schlafendes Gewissen trieb:
Im Zentrum der frankophonen Welt musste Lö Trösenbeck etwas sehr merkwürdiges feststellen: Die Globalisierung hat Paris erreicht. Beweisstück: Die Kellner in den Bistrots sprechen auf einmal auch Englisch… Wahnsinn. Diese Erkenntnis führte dazu, dass sich Lö Trösenbeck eine Schachtel Schmerztabletten zuführen musste. Dann erschien ihm folgende Vision eines vergangenen Paris:
Lö Trösenbeck hat ein neues Symbol für die Linken dieser Welt erfunden. Unter dem Motto “Kartoffeln statt Sicheln” hat er eine Ode verfasst, welche in der Merznummer des Megafons erschienen und nun käuflich erhältlich ist: HIER
Unten ein Bild eines Kämpfers der Pimplitz People’s Liberation Party (PPLP), welche sich das Symbol der Kartoffel auf die Brust gedruckt haben.
Lö Trösenbeck, Inhaber eines Schweizer Passes, ist froh, hat er doch seit Gestern zwei neue legale Fluchtdestinationen, falls er eines Tages mit Schimpf und Schande aus dem Land der Berge vertrieben werden sollte. 60 Prozent der Stimmenden in der Schweiz befürworten nämlich eine Ausdehnung der Personenfreizügigkeit auf sämtliche EU-Länder. Freizügig soll in Zukunft also auch mit Bulgaren und Rumänen umgegangen werden. Überraschend hoch ist diese Zustimmung. Lö Trösenbeck fragt sich, ob die Holländer oder Schweden, die Deutschen oder Franzosen, die Spanier oder Dänen auch mit einer 60-prozentigen Mehrheit, die Aufnahme von Bulgarien und Rumänien in die Europäische Union bewilligt hätten, hätten sie die Möglichkeit gehabt, ihren Willen an der Urne kundzutun. Gut möglich, dass das Land der Berge, trotz fehlender Mitgliedschaft in der Union, in Wirklichkeit das europafreundlichste Land Europas ist. Lö Trösenbeck fragt sich deshalb, ob es nicht klüger wäre, die Europäische Union träte der Schweiz bei, wenn es darum geht, die Vision eines vereinten friedlichen und solidarischen Europas zu verwirklichen. Sie könnte ein Kanton werden. In ihrer über 150-jährigen Geschichte hat es nämlich die Eidgenossenschaft im Herzen Europas geschafft, friedlich mit solch seltsamen Völkern wie den Tessinern, Appenzellern und Glarnern zusammen zu leben. Kein Problem würde es also sein, auch mit Friesen, Katalanen und Lappländern ein gemütliches Zusammenleben zu organisieren.
Es ist soweit… Lö Trösenbecks Kommentar zur Finanzkrise wurde vom Videokünstler VJ Rhaps animiert: Der Kreis der Gier…
Vielleicht wäre der Anarchismus oder wenigstens eine fröhliche Form des Rätekommunismus keine schlechte Lösung, wenn der Kapitalismus immer wieder zur Katastrophe führt…
Vor eineinhalb Jahren besuchte Lö Trösenbeck das Heim der Mutigen. Oklahoma ist bekannt für seine Rodeos. Es gab Brädwörst änd Sauerkraut. Kinder mussten auf Springböcken reiten. Die Cowboys kämpften mit wütenden Bullen. Ein Rodeoclown in einer Bill-Clinton-Maske liess sich von einem Schafsbock in den Hintern f***en. Es war wunderbar. W wie wunderbar? Gute Frage. Der dümmliche W. war zwar noch Präsident, aber als der ultrarepublikanische Rodeoclown auf einmal begann, Witze über Bu-shi (wie er im Chinesischen genannt wird) zu reissen, stieg Freude im Herzen Trösenbecks auf. Im tiefsten Wilden Westen war inzwischen die Verachtung für den König der Gierigen angelangt. Lö Trösenbecks Reise der Hoffnung hatte sich gelohnt.
Zwei Tage vorher war er noch in “Don’t Mess With Texas”, Dallas, im “Sechsten-Stock-Museum”, von wo aus ein gewisser Lee Harvey Oswald einst JFK ermordet haben soll. Dass Kennedy in Texas ermordet wurde, schien angesehen der politischen Zustände im Land der Freien, passend. Im Heimatstaat des Mannes, der acht Jahre lang nichts als Verachtung für Menschlichkeit über den ganzen Planet gestreut hatte, waren aber auch schon die ersten Zeichen des Widerstrebens, Graffiti mit der Botschaft “Bush muss angeklagt werden”, anzutreffen. Eine Ära war eventuell wirklich bald vorbei. “Bush has messed too long with the world, it’s time we mess with Texas”, sagte sich Trösenbeck und warf eine Zigarettenkippe auf den Boden.
Nun also eineinhalb Jahre später: Barack Hussein Obama. Lö Trösenbeck, zuweilen tätig als Anarchist, aber kein Dogmatiker, hat immer wieder Amerika ins Herz geschlossen, obwohl er ebenso Verachtung für das Heim der Mutigen übrig hatte. Er liebt Rodeos, er liebt seltsame Museen. Und nun also zum ersten Mal seit einem Dritteljahrhundert ein Mann, der über dieses Reich herrscht und trotzdem eine grosse Portion Anstand ausstrahlt. Seine Reden rühren Tränen. Ein Frühschoppen auf Amerika!
Die charakteristische Phasenproblematik ohne die jährliche Innovationsparität baut auf die wunderbare Gesundheitshärte auf. Die verkraftbare Moderationswirtschaft jenseits des leeren Vertrauensvorurteils macht die unertraegliche Blödsinnsbesorgtheit durch. Die qualifizierte Traditionsperspektive anhand der usupierten Forschungsausnahme erweitert die theoretischen Bildungsmedien. Der verführerische Paradigmaprozess aus der globalen Paradigmagestaltung veranlasst die freudige Potenzmischung. Die weitgehende Betriebsgemeinschaft gemäss der sturmreifen Koalitionsvergessenheit vergleicht sich mit der intellektuellen Mehrheitskompetenz.
Wer jetzt Lust hat, selber eine Neujahrsrede zu schreiben, fragt sich sicher, von wo Lö Trösenbeck die Phrasendreschmaschine her hatte: HIER…!