Wo sind die moralischen Apostel?
Ein seltsamer Zustand herrscht im Land der Berge, wo Lö Trösenbeck nach kurzer Flucht, wieder Einzug gehalten hat. Das igelige Paradies im Herzen Europas ist empört - oder zumindest ein Grossteil der raubkapitalismus-freundlichen Mehrheit der Regierung und des Parlaments. Empört, weil die Nachbarn aus dem Norden Diebesgut zurückfordern. (Und dafür selber einen Dieb angestellt haben.)
Warum dieses Entsetzen, fragt sich der hier Schreibende. Im von der christlichen Moral geprägten Land lernt man schon im Kindergarten, "du sollst nicht stehlen" (Exodus 20,2-17 im Buch Moses). Wenn das kleine Kind ein Spielzeug, das dem gesamten Kindergarten gehört, nimmt und an einen anderen Ort bringt, gehört das Spielzeug nicht automatisch dem Kind. Wenn also jemand - und hier handelt es sich nicht um ein mittelloses naives Kind, sondern meistens um einen steinreichen, gewievten Bonzen - Steuergeld in ein anders Land schleppt, damit er die Gemeinschaft nicht damit beglücken muss, ist er ein Dieb. Und wenn der Bestohlene einen Dieb beauftragt, das Geld zurück zu holen, weil das Land mit dem versteckten Geld sich weigert, gestohlenes Geld freiwillig rauszurücken, ist das doch moralisch nicht so schlimm, oder?
Aber nein, im Land der Berge heulen die moralischen Apostel über die Unverschämtheit der Bestohlenen. Es ist beschämend.
Viva Lo-Fi-Filmmaking…!
Aus der Not, kaum einen Groschen in der Tasche zu tragen, aber sich trotzdem gerne als Filmschaffender zu betätigen, hat Lö Trösenbeck die "NORIENT STYLE FILMMAKING"-Doktrin entworfen. Folgt ein verarmter, aber leidenschaftlicher Filmemacher diesem kleinen Regelwerk, entstehen meist die wundervollsten Werke. Und so lautet das Regelwerk:
1. Teures Equipment ist sinnlos. Als Norient-Style-Filmemacher begibt man sich gerne in gefährliche Situationen. Teure Mikrofone werden gerne gestohlen. Ab und zu gibt es wüste Schlägereien oder zärtliche Intimitäten, die sich mit kleinen Handycams viel besser filmen lassen als mit schweren Schulterkameras. Und sowieso, die Sonne oder das Neonlicht sind zwar manchmal giftig, dafür aber ehrlicher als Scheinwerfer.
2. Das Schreiben von Filmfördergesuchen sollte weitaus weniger Zeit in Anspruch nehmen als das Rumhängen mit potentiellen Protagonistinnen des Films. Erlaubt ist der Konsum jeglicher Drogen und Getränke sowohl beim Gesuchschreiben als auch beim Rumhängen. Spannend sind Filme aber meistens erst dann, wenn soviel Protagonistenrumhängerei statt gefunden hat, dass alles erzählt wird, auch wenn die Kamera läuft. Eine Produktion kann noch so teuer sein, Vertrauen zwischen Filmemacherinnen und Gefilmten kann nicht gekauft werden.
3. Das Filmteam ist so klein, dass es in einem Fiat Cinquecento Platz findet. Je intimer der filmische Rahmen desto spannender die Geschichten, die erzählt werden. Und ein Fiat Cinquecento bietet optimale Gelegenheit dazu.
4. Voice-Over von einem anonymen Sprecher oder von einer angeheuerten Schauspielerin sind verpönt, denn sie vermitteln den Eindruck, es gebe einen Gott, der alles erklären kann. Wenn es überhaupt
Göttinnen und Götter gibt, dann sind dies die Protagonistinnen und Darsteller. Also soll das Wort nur ihnen gehören.
5. Spass muss sein. Auch im globalen Chaos ist der Witz das schönste Gedicht.
Natürlich dürfen, müssen und wollen die Regeln gebrochen werden. In Kürze findet in Trösenbecks Wohnort das 1. NORIENT MUSIKFILM FESTIVAL statt. Betrachtet man den folgenden Trailer, hat man den Eindruck, Lö Trösenbecks Doktrin sei Grundlage der Kuratoren gewesen...
Auf und davon in den NORIENT
Lö Trösenbeck hat verzweifelt versucht, seinen Schweizer Pass in einen schwedischen umzutauschen. Leider hat er keinen Schweden gefunden, der so klein und dunkelhäutig wie er ist und dessen Pass den Tausch ermöglichen würde. Also bleibt nur die Flucht. Das Ziel: der NORIENT...
Für alle, denen die Flucht nicht gelingt, hilft das erste norientalische Musikfilmfestival (Details, siehe links). Lö Trösenbeck hat einiger der Filme ausgewählt und auch eine Geschichte zum NORIENT geschrieben, einmal mehr exklusiv veröffentlicht im Montasblatt Megafon.
Nun muss Trösenbeck den Korken lösen... es herrscht Silvester und Lö schreit "Hurra, hurra, hurra, 2010 ist schon fast da...".
12-12-12
Die Welt wird untergehen. In diesem Punkt ist sich wohl jeder einig. Streit bietet nach wie vor das Datum der Apokalypse. New-Age-Freaks, Ufologen, Maya-Anhänger und Weltuntergangsfreundinnen munkeln zur Zeit ziemlich laut, der 21. Dezember 2012 sei das bevorstehende Weltuntergangsdatum... die Zeugen Jehovas behaupten seit Jahren, das Datum zu kennen, und irren sich jeweils wieder gewaltig. (Ist Gott evt. doch tot?) Lö Trösenbeck macht sich keine Sorgen, denn er weiss genau, was er am Zeitenende tun wird: er wird gemeinsam mit seinem bayerischen Lieblingskomiker Fredl Fesl in den Urlaub fahren. Aber für die Daheimgebliebenen gibt's Trost, das Ende wird überraschend neun Tage früher als prophezeit stattfinden, wie Professor Lö Trösenbeck in diesem Film erläutert:
Spiessbürger ärgern…!
Immer noch hält der Ärger an... der Ärger, der uns Europäer in der ganzen Welt doof aussehen lässt, die Annahme der seltsamen Minarett-Initiative.
Die Freude ist gross, Lö Trösenbeck hat einen MP3-Klingelton entwickelt, mit dem sich frustrierte Demokratinnen nun ausstatten können... und der sich bestens eignet, die xenophoben Spiessbürger zu ärgern.
Hier gibt's einen Vorgeschmack:
Und hier kann das Tönchen runtergeladen werden: Trösenbecks "Handy Muezzin"
Weg mit dem Kreuz…!!!

Minarette sind schön
Es ist ein Kreuz mit der direkten Demokratie. Eigentlich sollte man sie lieben, aber dennoch, wenn sie von einer hasserfüllten, angstschürenden Clique missbraucht wird, wird einem übel.
Wieviele dieser 57% Schweizer schauen sich die Filme zum Zweiten Weltkrieg und dem Holocaust an und fragen sich danach, wie konnte so etwas nur passieren? "Wieder mal typisch, die Deutschen", werden viele sagen. Aber dass das Phänomen des Faschismus ähnlich begonnen hat, wie die traurige Erfolgsgeschichte der Minarettsinitiative, ist wohl nur wenigen bewusst. Statt die wirklichen Probleme der krisengeschüttelten Gesellschaft zu lösen, werden Ängste und Hass auf eine Bevölkerungsminderheit gerichtet.

Die neue Schweizer Flagge
Heute Muslime, morgen vielleicht wieder Juden, Linke, Schwule und Zigeuner.
Vor wenigen Wochen wurde der Mauerfall in Berlin gefeiert. Jetzt zimmert man neue Mauern. Eigentlich wären Türme viel schöner als Mauern*. Sie erweitern die Weitsicht. Aber Weitsicht lässt sich wohl nicht so leicht verkaufen.
Immerhin sollten wir jetzt konsequent sein, in diesem eigentlich ganz wunderbaren Land der Berge. Jetzt werden Minarette verboten. Warum nicht gleiche alle religiösen Symbole verbieten? Keine so schlechte Idee. Immerhin leben viele verschiedene Religionsgemeinschaften in der Schweiz und eine beträchtliche Anzahl ist atheistisch oder gehört gar keiner Religion an. Wenn wir alle Symbole verbieten, könnte das auch den Religionsfrieden bedeuten. Niemand nervt sich mehr an Halbmonden, Kirchtürmen, Davidsternen, Hindugottheiten und dicken Buddhas. Ein Anfang, wäre das Verbot des Kreuzes. Ja, wir starten eine Initiative zur Verbannung des Kreuzes in der Schweizer Flagge! Sähe doch schön aus. Einfach eine rote Flagge. Weg mit dem Kreuz...!!!
(*Werbung in eigener Sache: Neuer Trösenbeck-Artikel über seine Turmsammlung in der Dezember-Ausgabe des Monatsblattes Megafon.)
In 80 Sekunden um die Welt (6): Transsibirien
Ein wiederkehrendes Phänomen für den oder die Reisende ist der Rat der Weisen, der Weitgereisten. Oft handelt es sich hierbei um Unrat. Und solcher Natur ist der Rat oder die wahrheitbeanspruchende Aussage: "Eine Reise in der transsibirischen Eisenbahn muss man einmal im Leben gemacht haben."Lö Trösenbeck ist der Meinung, eine Reise im Zug von Harleem nach Zandvoort oder von Meiringen nach Brienz oder von New York City nach Baltimore ist genau so wertvoll, aber auch genau so unnötig für ein erfülltes Leben wie die Reise in der transsibirischen Eisenbahn. Nichtsdestotrotz Lö Trösenbeck hat die sinnlose Reise in der sibirischen Eisenbahn angetreten.
In Reiseführern wird die Fröhlichkeit und Geselligkeit der russischen und nicht-russischen Mitreisenden oft angepriesen. Bald stellt Lö Trösenbeck fest, diese Reiseführer wurden von ehemaligen Bürgern der Deutschen Demokratischen Republik geschrieben, welche in ihrer Jugend zum Erlernen der russischen Sprache gezwungen wurden.
Tanz
Lö Trösenbeck tanzt mit den Vampiren um die Gunst von Rosemary's Baby. Ob ihm das in Chinatown gelingen wird? Oder Gstaad? Oder Zureich? Oder...
Die grosse Langeweile oder nicht?
Lö Trösenbeck hat gestern seine Resie um die Welt in 80 Sekunden für ein paar Minuten unterbrochen und ist zu seinem Heimatplaneten "Bern, Baby, Bern" zurückgekehrt. Der Grund, es wurde ein neuer Innenminister gewählt. Zur Auswahl standen ein Bettlerjäger und zwei Langeweiler. Einer der Langeweiler gewann, der Bettlerjäger zum Glück nicht. Aber muss Politik unbedingt langweilig sein?
Nein. Aber sind Langeweiler wirklich langweilig? Wir werden sehen.
Immerhin haben die Politiker der Eidgenossenschaft der Schweizer einige Herausforderungen anzugehen. So zum Beispiel die jüngste Attacke von Ausserirdischen (ausnahmsweise weder von Gaddhafi noch von Steinbrück):
In 80 Sekunden um die Welt (5): Moskau
Lö Trösenbeck ist ein Kind des Kalten Krieges. Man sprach in seiner Kindheit oft von der Roten Gefahr ("Red Scare"), welche vom Roten Platz ("Red Square") ausgeht. Kein Wunder wollte er eines Tages Auge in Auge mit dieser Gefahr stehen. Und die Enttäuschung war riesig: Der rote Platz ist eher ein Plätzchen als ein Platz.
Wegen diesem kleinen Platz, wo kaum eine Kutsche eine Runde drehen kann, herrschte Angst und Schrecken im Westen? Die Lüge des Kalten Krieges ist gefallen. Die Bewunderung des Kaschmirdiebs, der einst ein Kleinflugzeug auf dem Plätzchen zur Landung gebracht hatte, steigt.
Dass Moskau auch grosses zu bieten hat, beweist das Universitätsviertel. Das Hauptgebäude-Hochhaus ist beeindruckend. Weniger beeindruckt sind die Liftwächter des Hauses, als der Moskauwanderer versucht, den Lift in die weiten Höhen zu besteigen. Auch seine Hochstapelkünste als Professor Lö Trösenbeck nützen nichts. Ohne Einladung darf nicht Liftgefahren werden.
Trösenbeck wandert weiter. Am schönsten ist das Wandern im Gorkipark...

