Lö Trösenbeck Selbstversuche und andere Abenteuerlichkeiten

9Feb/090

Sofia und Bukarest, neue Schweizer Städte?

Lö Trösenbeck, Inhaber eines Schweizer Passes, ist froh, hat er doch seit Gestern zwei neue legale Fluchtdestinationen, falls er eines Tages mit Schimpf und Schande aus dem Land der Berge vertrieben werden sollte. 60 Prozent der Stimmenden in der Schweiz befürworten nämlich eine Ausdehnung der Personenfreizügigkeit auf sämtliche EU-Länder. Freizügig soll in Zukunft also auch mit Bulgaren und Rumänen umgegangen werden. Überraschend hoch ist diese Zustimmung. Lö Trösenbeck fragt sich, ob die Holländer oder Schweden, die Deutschen oder Franzosen, die Spanier oder Dänen auch mit einer 60-prozentigen Mehrheit, die Aufnahme von Bulgarien und Rumänien in die Europäische Union bewilligt hätten, hätten sie die Möglichkeit gehabt, ihren Willen an der Urne kundzutun. Gut möglich, dass das Land der Berge, trotz fehlender Mitgliedschaft in der Union, in Wirklichkeit das europafreundlichste Land Europas ist. Lö Trösenbeck fragt sich deshalb, ob es nicht klüger wäre, die Europäische Union träte der Schweiz bei, wenn es darum geht, die Vision eines vereinten friedlichen und solidarischen Europas zu verwirklichen. Sie könnte ein Kanton werden. In ihrer über 150-jährigen Geschichte hat es nämlich die Eidgenossenschaft im Herzen Europas geschafft, friedlich mit solch seltsamen Völkern wie den Tessinern, Appenzellern und Glarnern zusammen zu leben. Kein Problem würde es also sein, auch mit Friesen, Katalanen und Lappländern ein gemütliches Zusammenleben zu organisieren.

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