Lö Trösenbeck Selbstversuche und andere Abenteuerlichkeiten

12Feb/100

Bümpliz derrière la lune…

Bümpliz - DVD

"A Bümpliz derrière la lune", also auf Bümpliz hinter dem Mond, gehen die Welschen, die französisch-sprechenden Schweizerinnen, wenn sie ans Ende der Welt reisen, an die Orte, wo sich Fuchs und Hase Gutenacht sagen.
Das real-existierende Bümpliz allerdings ist mittendrin. Wohl kaum ein Quartier in der Schweiz, das globaliserter erscheint. Gleichzeitig ein Stück heile Schweiz. Urban. Ländlich. Agglomeration und Stadt zugleich - wie fast überall, bewegt man sich im bevölkerungsreichen Mittelland Helvetiens. Hochburg der rechtsextremen Schweizerisch Völkischen Partei, aber auch wunderbar multikulturell. Und grün. Und rot. Und - last, but not least - immer wieder von Schweizer Popstars besungen.
Über dieses Quartier werden in letzter Zeit immer wieder Filme gedreht. Das wohl erste grössere Werk zum berühmt-berüchtigsten Stadtteil der Schweizer Hauptstadt Bern entstand vor etwa sechs Jahren. Lö Trösenbeck hat damals am Drehbuch mitgebastelt und deutsche sowie englische Untertitel für die DVD gedichtet. Ein paar Exemplare des Films sind immer noch erhältlich: à Bümpliz derrière la lune oder an dieser Adresse: Bümpliz. Und hier ein kleiner Einblick:

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2Feb/100

Wo sind die moralischen Apostel?

Ein seltsamer Zustand herrscht im Land der Berge, wo Lö Trösenbeck nach kurzer Flucht, wieder Einzug gehalten hat. Das igelige Paradies im Herzen Europas ist empört - oder zumindest ein Grossteil der raubkapitalismus-freundlichen Mehrheit der Regierung und des Parlaments. Empört, weil die Nachbarn aus dem Norden Diebesgut zurückfordern. (Und dafür selber einen Dieb angestellt haben.)
Warum dieses Entsetzen, fragt sich der hier Schreibende. Im von der christlichen Moral geprägten Land lernt man schon im Kindergarten, "du sollst nicht stehlen" (Exodus 20,2-17 im Buch Moses). Wenn das kleine Kind ein Spielzeug, das dem gesamten Kindergarten gehört, nimmt und an einen anderen Ort bringt, gehört das Spielzeug nicht automatisch dem Kind. Wenn also jemand - und hier handelt es sich nicht um ein mittelloses naives Kind, sondern meistens um einen steinreichen, gewievten Bonzen - Steuergeld in ein anders Land schleppt, damit er die Gemeinschaft nicht damit beglücken muss, ist er ein Dieb. Und wenn der Bestohlene einen Dieb beauftragt, das Geld zurück zu holen, weil das Land mit dem versteckten Geld sich weigert, gestohlenes Geld freiwillig rauszurücken, ist das doch moralisch nicht so schlimm, oder?
Aber nein, im Land der Berge heulen die moralischen Apostel über die Unverschämtheit der Bestohlenen. Es ist beschämend.

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