Lö Trösenbeck Selbstversuche und andere Abenteuerlichkeiten

31Mai/100

Hoffnung aus dem Hinterwald

Nach einer durchzechten Freitagnacht in der Aussenwelt - Lö Trösenbeck zeigte seine Retropornofilm-Sammlung anlässlich einer Schliessungszeremonie eines ehemaligen Sex-Kinos und wurde mit sehr viel Alkohol dafür belohnt - verbrachte der Schreiber dieser Zeilen den Samstagabend im inneren Exil vor dem Fernsehapparat. Obwohl Teilzeit-Faghag schaffte es Lö Trösenbeck nicht, nur eine Sekunde seines Lebens an die musikalischen Darbietungen am diesjährigen Eurovision Song Contest zu vergeuden, verpasste aber keine Minute der abschliessenden Länderjurierung der Schlager. Jeweils ein zeithistorisches Phänomen, das schon vorher spannende Fragen aufwirft: Wird Israel dem deutschen Favoriten eine Stimme geben? Erhält der ebenfalls als Tophit gehandelte Beitrag der Türkei die Stimmen aus Armenien? Und wird Grossbritannien auch nur eine Stimme aus Irland erhalten?

Das Resultat spricht Bände: Der EURO-Rettungspilot Deutschland wird belohnt dafür, die Deutschmark nicht wieder einzuführen (auch ohne Stimmen aus Israel*). Das europäische Land Türkei wird Nummer Zwei (auch ohne Stimmen aus Armenien). Und Grossbritannien wird Letzter (trotz vier Stimmen aus Irland). Und das Land der Berge? Herr von der Heide, Repräsentant, hatte es nicht einmal in den Final des Schlager Wettbewerbs geschafft, war sogar auf dem letzten Platz in der Vorausscheidung. Das Steuerhinterziehungsgeheimnis macht die Schweiz nicht beliebter. Dafür wird jetzt gemunkelt, der neue SRG-Direktor Roger de Weck spreche persönlich bettelnd beim deutschen Eurovisionshelden Stefan Raab vor: Der Unterhaltungshirte Raab soll nach dem Erfolg seines Lämmchens Lena auch sein Schäfchen Stefanie Heinzmann aus dem Schweizer Hinterwald erfolgreich an den Eurovisionswettbewerb bringen. Diesmal für die Schweiz! Die Schlagerfans aus dem Land der Berge dürfen wieder einmal hoffen. Die Stefanie soll eine Re-Make des Eurovisionshits "Swiss Lady" von Pepe Lienhard machen... in einer hippen Kuduro-Baile-Funk-Grime-Version...! Die Stimmen aus Portugal und England sind garantiert.


*Dürfen die Palästinenser beim Eurovision Schlagerwettbewerb auch stimmen?

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26Mai/100

Fussball-WM-Alarm für Schweden & Schweizer

Die Fussball-WM naht... ja, Fussball ist schön, findet auch Lö Trösenbeck. Das Einzige, was nervt, sind die pseudo-coolen Hobby-Patrioten und Patriotinnen, die bald wieder mit diesen Nationalflaggen-Shirts durch die Fanzonen der Welt wandeln. Am Meisten nerven den Trösenbeck seine eigenen Landsmänner und -damen, mit ihren Schweizer Flaggen. Statt Jammern, schafft Trösenbeck Abhilfe mit einem eigens kreierten T-Shirt.
Er würde sich freuen, wenn er bei dieser Aktion unterstützt wird. Kaufen Sie ein Shirt hier. Danke und viel Spass in der Fanzone...!!!

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12Mai/100

Land der Verbote

Lö Trösenbeck hasst zwar den Karneval, ist aber immer wieder erfreut, wenn mit ein wenig Verschleierung das Männerherz geneckt wird. Ist die Verschleierung erzwungen, insbesondere aus religiös-patriarchalischen Gründen, muss auch Trösenbeck eingestehen, dass darob in ihm ein wenig Ärger kocht. Die Burkas und Tschadors der Musliminnen, die langen Röcke der fundamentalistischen Christinnen oder die langen Ärmel und Perücken der ultraorthodoxen Jüdinnen passen besser in den Kleiderschrank als auf die Strasse. Eine Ausnahme bildet der Turban des Sikh. Welch Pracht! Lö Trösenbeck wär gerne Sikh.
Über Geschmack lässt sich bekanntlich streiten, über Gott sowieso. Aber die im Moment laufende Debatte Europas über das so genannte Burka-Verbot ist hirnrissig. Im Land der Berge sind Trägerinnen einer Ganzkörperverschleierung gern gesehene Gäste in Juwelierläden. Unter den Schleiern sollen laut Gerüchten Edelsteine in Millionenhöhe blitzen. Im europäischen Alltag hat Lö Trösenbeck jedoch noch nie eine Ganzkörperverschleierte gesehen. Sichtungen fanden auf seinen Ausflügen nach Ägypten, Süd-Beirut und Malaysia statt, allerdings war auch dort nur eine winzig kleine Minderheit der Damen von Kopf bis Fuss verhüllt. Ein Burka-Verbot in Europa ist also fast so absurd wie ein Burka-Verbot in einem muslimischen Land.
Wahrscheinlich ist ein solches Verbot ebenso sinnvoll wie ein Verbot von Sex in Gummistiefeln. Politiker aber befassen sich gern mit Nebensächlichkeiten, um sich nicht um gravierende Probleme kümmern zu müssen. Opfer werden dann meist Bevölkerungsminderheiten. Das ist heute fast gleich wie vor einem Dreivierteljahrhundert.
Eines dieser kaum beacheteten grossen Probleme Europas ist der wachsende Nationalismus. Wäre es nicht sinnvoll, nationale Symbole zu verbieten? Im Land der Berge könnte man Schweiz-Symbole verbieten: Kreuze, Edelweisse und der ganze Kram. Tulpen aus der holländischen Tourismus-Werbung verbannen. In Spanien den Stierkampf abschaffen. Europa würde vieleicht gerettet.

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