Hoffnung aus dem Hinterwald
Nach einer durchzechten Freitagnacht in der Aussenwelt - Lö Trösenbeck zeigte seine Retropornofilm-Sammlung anlässlich einer Schliessungszeremonie eines ehemaligen Sex-Kinos und wurde mit sehr viel Alkohol dafür belohnt - verbrachte der Schreiber dieser Zeilen den Samstagabend im inneren Exil vor dem Fernsehapparat. Obwohl Teilzeit-Faghag schaffte es Lö Trösenbeck nicht, nur eine Sekunde seines Lebens an die musikalischen Darbietungen am diesjährigen Eurovision Song Contest zu vergeuden, verpasste aber keine Minute der abschliessenden Länderjurierung der Schlager. Jeweils ein zeithistorisches Phänomen, das schon vorher spannende Fragen aufwirft: Wird Israel dem deutschen Favoriten eine Stimme geben? Erhält der ebenfalls als Tophit gehandelte Beitrag der Türkei die Stimmen aus Armenien? Und wird Grossbritannien auch nur eine Stimme aus Irland erhalten?
Das Resultat spricht Bände: Der EURO-Rettungspilot Deutschland wird belohnt dafür, die Deutschmark nicht wieder einzuführen (auch ohne Stimmen aus Israel*). Das europäische Land Türkei wird Nummer Zwei (auch ohne Stimmen aus Armenien). Und Grossbritannien wird Letzter (trotz vier Stimmen aus Irland). Und das Land der Berge? Herr von der Heide, Repräsentant, hatte es nicht einmal in den Final des Schlager Wettbewerbs geschafft, war sogar auf dem letzten Platz in der Vorausscheidung. Das Steuerhinterziehungsgeheimnis macht die Schweiz nicht beliebter. Dafür wird jetzt gemunkelt, der neue SRG-Direktor Roger de Weck spreche persönlich bettelnd beim deutschen Eurovisionshelden Stefan Raab vor: Der Unterhaltungshirte Raab soll nach dem Erfolg seines Lämmchens Lena auch sein Schäfchen Stefanie Heinzmann aus dem Schweizer Hinterwald erfolgreich an den Eurovisionswettbewerb bringen. Diesmal für die Schweiz! Die Schlagerfans aus dem Land der Berge dürfen wieder einmal hoffen. Die Stefanie soll eine Re-Make des Eurovisionshits "Swiss Lady" von Pepe Lienhard machen... in einer hippen Kuduro-Baile-Funk-Grime-Version...! Die Stimmen aus Portugal und England sind garantiert.
*Dürfen die Palästinenser beim Eurovision Schlagerwettbewerb auch stimmen?
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