In 80 Sekunden um die Welt (4): Beirut
Immer wenn Lö Trösenbeck in Beirut ist, ist Ramadan. Einerseits bleiben in einigen Kneipen die Bierhähne geschlossen, in anderen hingegen fliesst der goldgelbe Saft besonders während dieser Zeit in Strömen. Zum Beispiel bei Henry im "American Dream". In Lö Trösenbecks Stammkneipe im Quartier Hamra herrscht leise Euphorie. Während Henry dem Reisenden einen billigen Whisky spendiert, erzählt einer der anwesenden Golf-Araber: "Ich komme jedes Jahr hier her. Zum Rauchen und Saufen. Nicht, dass ich in meinem Land nicht zum Rauchen und Saufen komme, aber während dem Ramadan ist es besonders schwer an guten Stoff zu kommen."
Das ist Beirut. Hort für die Unabhängigen der arabischen Welt. Bikini-Girls am TV. Verrücktheit. Und immer wieder ein bisschen Krieg.
Im shiitischen Viertel Dahiye, wo die Hisbollah alles unter Kontrolle zu haben glaubt, besucht Trösenbeck eine Moschee und lässt sich den Unterschied zwischen Schiiten und Sunniten erklären: "Das ist wie bei euch. Katholiken und Protestanten." - "Und was seid ihr dann?", fragt Trösenbeck. "Wir sind natürlich die Katholiken...", erklärt der Mann in der Moschee lachend. Lö Trösenbeck fühlt sich wohl in dieser Stadt.
Hässlichkeit und Schönheit. Das globale Chaos pur. Und immer wieder steigen Damen mit dicken Pflastern auf den Nasen aus dem Lift im Hotel "Mayflower", wo Trösenbeck abgsetiegen ist. Wenige Kilometer im Süden schiesst ein gelangweilter Hisbollah-Kämpfer eine Rakete auf Israel. Und eine Bekannte sagt, sie und ihr Mann hätten immer einen gepackten Koffer bereit.
Im christlichen Viertel Aschrafija gibt es keinen Ramadan, dafür köstlichen Wein. Ist dies das Beirut, wenn nicht gerade Ramadan ist?
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Mit der Schweizer Uhr in den Taxis des Libanon
Wir müssen sofort in den Libanon», befahl Lino (Pseudonym aus der Bürgerkriegszeit), ehemaliger kommunistischer Kommandant der Nationalen Bewegung im Norden Libanons. Lö Trösenbeck erwiderte: «Die Waffen schweigen erst seit wenigen Tagen. Wir sollten nichts überstürzen.» – «Ich habe schon gebucht», sagte Lino lachend, «unsere Mission kann nicht warten.» Und so kam es, dass Trösenbeck und Lino in einen neuen Nachkriegslibanon reisten.
Und das Resultat der Reise von Trösenbeck und Lino wurde von Mahmoud Turkmani, VJ Rhaps und einer verwegenen Gruppe von ägyptischen und libanesischen Musikanten in Beirut aufgeführt:
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