Grüsse aus Globocity (6)
Nun also im Zentrum von Globocity angekommen, aber wo ist er, der Trösenbeck? Manhattan, New York? Pudong, Shanghai? Shinjuku, Tokio? Oder eben doch einfach Downtown, Globocity?
Die Gier des beginnenden 21. Jahrhunderts hat im Central Business District von Globocity ihre Spuren hinterlassen. Alles ist gross. Alles scheint mächtig. Rundherum jedoch alles verwüstet. Das Kapital hat sich eine riesige Burg gebaut. Das Fundament wackelt. Die erste grosse Wirtschaftskrise des neuen Millenium hat auch Globocity erreicht. Die Büros stehen leer. Die Mieten sinken. Die Aktien befinden sich im Keller.
Aber auch hier ist klar, sobald die Erholung in Sichtweite kommt, wird der Motor der Gier wieder in Gang gebracht. Bald wird wieder gebaut, investiert, spekuliert, verspekuliert, Glück versprochen... und dann wird es wieder krachen. Ein Kreis, ein teuflischer Kreis.
Lö Trösenbeck versteckt sich in den Schluchten der Grossstadt und hofft, vom fallenden Kapitalismus nicht erschlagen zu werden. Nicht jeder überlebt die wiederkehrende Apokalypse. Aber man wird angepasster.
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Grüsse aus Globocity (4)
So richtig bewusst wird einem die Tatsache, Globocity erreicht zu haben, wenn man durch die Ladenstrassen, die Shopping Avenues und die Einkaufszentren der Metropole wandelt. Der globale Kapitalismus hat dazugeführt, dass Globocity sich kaum mehr vom Rest der Welt unterscheidet. Nicht selten stellt sich Lö Trösenbeck die Frage: "Bin ich nun in Helsinki? Brünnen? San José, California? Shanghai? Oder gar in doch in Paris?"
Überall das gleiche Angebot, Ausverkauf und Aktionen. Die gleichen Labels. Zuweilen kleine Unterschiede: Im chinesischen Teil von Globocity ist "Playboy" bloss eine Kleidermarke, im Rest der Stadt gibt es unter diesem Namen Magazine zu kaufen, in denen sich nette Damen entkleidet präsentieren.
Lö Trösenbeck wandelt weiter und wundert sich, wie lange er es aushält, nichts zu kaufen.
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Trösenbeck trotzt der Krise
Es ist soweit... Lö Trösenbecks Kommentar zur Finanzkrise wurde vom Videokünstler VJ Rhaps animiert:
Der Kreis der Gier...
Vielleicht wäre der Anarchismus oder wenigstens eine fröhliche Form des Rätekommunismus keine schlechte Lösung, wenn der Kapitalismus immer wieder zur Katastrophe führt...
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Das Ende des Kapitalismus
Während der Kapitalismus in der kapitalistischen Welt zu Ende geht, scheint sich die kommunistische Welt auf den Kapitalismus um zu stellen. Neues zu diesem Thema beschreibt Lö Trösenbeck in seinem Bericht über die Suche nach dem Kommunismus in China.
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